Wer haftet für Software?

Man benötigt eine neue Software-Anwendung und hat nach langer und ausreichender Prüfung verschiedener Anbieter das passende Programm gefunden. Es ist umfangreich, funktionell, stabil und eignet sich von allen getesteten Programmen am besten für die lange Liste der Anforderungen.

Was passiert aber, wenn nach der Einarbeitungsphase, Integration in das Unternehmen und Verknüpfung der Software mit anderen Applikationen heraus kommt, dass entscheidende gesetzliche Anforderungen durch die Software nicht berücksichtigt oder umgangen werden?

Laut der Aussage eines für die IHK Freiburg tätigen Rechtsanwalts der Endanwender. Er muss die Eignung des Programms für die eigene Verwendung prüfen. Den Programmierer oder das Softwareunternehmen trifft angeblich keine Schuld. Eine Anpassung, Garantie oder nachträgliche Gewährleistung die sich auf fehlende gesetzliche Anforderungen z.B. im Datenschutz oder zu Abrechnungsmodalitäten (z.B. Kreditkarten) beziehen kann nicht eingefordert werden.

Ob dies in der Praxis so stehen bleiben würde bleibt offen. Letztendlich hat der Endanwender den Schaden. Der Ersteller der Applikation sollte aber im eigenen Interesse auf eine gesetzeskonforme Nutzung seiner Software hinarbeiten und sich von entsprechenden Anregungen und konstruktiver Kritik dazu bewegen lassen auch im eigenen Interesse zeitnah die Software nachzubessern. Hierbei ist auch einem Softwareanbieter angeraten sein eigenes Produkt selbst einmal von einem qualifizierten Anwalt oder einer ähnlichen Institution überprüfen zu lassen.

Ist gemeinsam zwischen Endanwender und Hersteller kein zufriedenstellender Konsens möglich oder bleibt der Hersteller bei der Meinung, dass die Software so wie sie ist allen erforderlichen Ansprüchen – auch den gesetzlichen – genügt, bleibt in der heutigen Zeit immer noch die Möglichkeit im Web auf diesen Missstand hinzuweisen und anderen potentiellen Kunden die Auswahl zu erleichtern, bzw. vor den genannten Lücken zu schützen.

Bei OpenSource Software ist es hierbei Gang und Gäbe auf Fehler hinzuweisen, welche z.B. durch eine Community meist innerhalb kurzer Zeit gelöst wird. Bei in sich geschlossenen Anwendungen ist es oftmals schwer von außen als Kunde konstruktiv mitzuwirken, denn wo kein Kläger, da kein Richter, bzw. ist das Geld für die Lizenz meist schon geflossen.

Entsprechend dieser leider immer noch oft praktizierten Geschäftspolitik bzw. auch – trotz mehrfacher Hinweise auf einen Mangel – mangelndes Feedback ist es nicht verwunderlich dass Open Source Anwendungen immer mehr in Unternehmen Einzug erhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.