Der „digitale“ Sankt Martin verdrängt Bewährtes

Im Zeitalter der digitalen Technik bleibt es natürlich nicht aus, dass auch Beamer und eine schlecht eingerichtete Akustik ihren Weg in unsere Kirchen finden und damit zunehmend altbewährte gesellschaftliche Rituale wie zum Beispiel die alljährliche Inszenierung von Sankt Martin verdrängen.

Dies nahm ich zum Anlass einen Leserbrief zu meinen Gedanken zu schreiben.

„Allerorten entzündeten kürzlich zahlreiche Kinder ihre Laternen – klick machte es und ein bunter Stab leuchtender LEDs und Birnen tauchte die Dunkelheit in ein blinkendes Irgendwas.

Was waren früher schon ein paar in Flammen aufgegangene Laternen mit echten Teelichtern und dem Flair der vergangenen Generationen.

Heutzutage wird Sankt Martin den Kindern ganz modern beigebracht. Wo zu unserer Zeit Sankt Martin noch aus Fleisch und Blut bestand, der Umhang aus Samt und Klettverschluss war, das Martinsfeuer prasselte, das Pferd noch Äpfel fallen lies und die Kälte noch echt war, wird den Kindern heute Sankt Martin in der Kirche als PowerPoint Präsentation näher gebracht. Eine derart schlechte Akustik obendrein, dass man nichts mehr versteht und die letzte Rettung die Bildabfolge auf der Leinwand ist.

So gehen sie hin die gute alten Rituale und weichen zunehmend multimedialen Lückenfüllern, wo Kirchen, Gemeinden und Eltern es sich dann auch etwas zu einfach machen.

Bald ist Weihnachten liebe Kinder und ich muss euch jetzt schon sagen, Jesus wohnt nicht im Internet…..“