Datenschutz im Mobilfunkbereich unzureichend?

Wo fängt Datenschutz an? Wenn man den bisherigen Berichten glauben schenken darf – ganz am Schluss – dann wenn es zu spät ist. Zumindest fängt dieser erst dort an, wo man z.B. als Mobilfunkanbieter das Vertrauen des Kunden bereits verloren hat. Alle technischen Sicherheitsvorkehrungen und Beteuerungen der Vergangenheit sowie Verbesserungen der  Zugangskontrollen sind nichts wert, wenn das Fachpersonal in Mobilfunkgeschäften nicht oder unzureichend im Datenschutz geschult ist, bzw. minimale Grundsätze nicht einhält. Z.B. ist das Kopieren von Ausweisdokumenten rein rechtlich nur Behörden vorbehalten und darf nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden. So wird dies z.B. auch im Allgemeinen tagtäglich beim Abschluss eines Mobilfunkvertrages mitsamt Bankkarte und / oder anderen Legitimationsdokumenten durchgeführt. Egal ob unabhängiger Vertriebspartner oder direkt beim Netzbetreiber angeschlossener Handyshop – welche Aushilfskraft erhält dort eine Einweisung inkl. datenschutzrelevanter Informationen, wo verbleiben kopierte Dokumente, wie lange werden diese dort aufgehoben? Fragen über Fragen, die man sich bei einer aufmerksamen Beobachtung dieser Handy-Points leicht selbst beantworten kann.

In Aktionszeiträumen und zu Stoßzeiten von turnusbedingten Vertragsverlängerungen bleibt auch mal die ein oder andere (Kunden)informationen auf dem Tisch liegen, solange man sich nebenan einem anderen Kunden widmet. Dies ist mir kürzlich mit kopierten T-Mobile Rechnungen inkl. Kundenkontonummer mit gleich drei Verträgen aus einem T-Mobile Rahmenvertrag passiert. Die kopierten Unterlagen lagen nun in besagtem Fall zuoberst auf dem Stapel einiger Dokumente auch von anderen Kunden mit personenbezogenen Daten auf dem Schreibtisch im Frontbereich des Verkaufsraums, während der Berater 20 Minuten lang in einem weiter entfernten Bereich einen anderen Geschäftskunden beriet, welcher sich kurzfristig „dazwischen drängelte“. 

Nach der Beratung sprach ich den Angestellten darauf an. Sichtbar perplex und überrumpelt gab er an, dass die personenbezogenen Daten auf jeden Fall immer dann vom Schreibtisch kommen, wenn ein Kunde das nicht möchte. Ich muss wohl bisher der Erste gewesen sein, denn solch eine Aussage zählt meines Erachtens mit Sicherheit nicht, wenn jemand anders in den unbeobachteten 20 Minuten mit den Dokumenten aus dem Geschäft spaziert wäre. So entgegnete ich mich ihm, dass es nach dem aktiven Ansprechen des Kunden mit dem Vertrauensverhältnis eigentlich schon zu spät ist.

Über eine Anfrage bei dem Servicecenter Geschäftskundenbetreuung von T-Mobile erhoffte ich mir eine offizielle Antwort, wie der Umgang mit personenbezogenen Daten von Anbeginn im Handyladen gehandhabt wird. In der ersten Email wurde ich darauf hingewiesen, dass die beschriebene Situation bedauerlich ist, generell der Datenschutz ernst genommen werde und die Datenschutzbestimmungen bei unabhängigen Vertriebspartnern wie auch bei eigenen Shops eingehalten werden. Auf meine Bitte mir die dafür vorhandenen Datenschutzbestimmungen und Anweisungen für Mitarbeiter zuzusenden kam man nicht nach.

In einer zweiten Email wies ich nochmals darauf hin, dass ich mich für die aktuellen Datenschutzbestimmungen und Anweisungen an die Vertriebspartner interessiere. Wieder kam die Antwort mit einer meiner Meinung nach gekonnt falsch verstandenen Anfrage, denn kurz darauf erhielt ich die aktuellen AGBs und Datenschutzbestimmungen für Endkunden zugesendet. Nun beschlich mich langsam das Gefühl, dass es Anweisungen seitens des Mobilfunkbetreibers T-Mobile an die Vertriebspartner oder eine Überprüfung der selbstständigen Datenschutzbestimmungen der Vertriebspartner überhaupt nicht gibt.

Dies bestätigte sich durch ein Gespräch mit einem internen Vertriebsmitarbeiter der Geschäftskundenbetreuung von T-Mobile. Weder wird der selbstständige Datenschutz der Vertriebspartner geprüft oder angefragt noch wird den Vertriebspartnern seitens T-Mobile Anweisungen hierfür erteilt. Nach der bisher dritten Erinnerungsemail an den Geschäftskundenservice von T-Mobile und die Beteuerung, dass sich dem Anliegen auch bereits die Geschäftsleitung annehmen würde blogge ich nun hier Mangels Reaktion von T-Mobile meine gemachte Erfahrung.

Dabei vermute ich aber, dass dieser Fall nicht nur beim T-Konzern sondern auch bei anderen Netzbetreibern genauso oder ähnlich abgelaufen wäre.

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